Archive for July, 2006

spontan in Starnberg

Thursday, July 13th, 2006

Man hab ich schon lang nichts mehr geschrieben, aber jetzt hat sich soeben ein ungefülltes Zeitfenster geöffnet, und das möchte genutzt werden.

Bin heute unverhofft im Analysezentrum in Starnberg gelandet, da mein Kollege David sich heute Morgen als er in Pasing etwas für Starnberg abholen wollte,
beim einem Gespräch mit Karl die Schulter luxiert hat.(es war wirklich ein Gespräch im Sinne von “sich unterhalten” er hat sich dabei mit dem Arm im Türrahmen abgestützt)

David wurde gleich zum benachbarten Orthopäden geschickt, ich musst in die Klinik um etwas zu liefern. Als ich gegen 9:30 zurück war, hatte Simone Ihn schon ins Pasinger Krankenhaus gebracht wo ihm die Schulter unter Narkose wieder eingerichtet werden musste. Obwohl wir personell eh z. Z. sehr dünn besetzt sind muss irgendjemand in Starnberg aufsperren. Hansis Notfallplan hat mich geschickt. Hab mir also die Tasche mit Waren genommen, und bin losgefahren, da dort der Laden schon seit 9:00 auf seien sollte. Jetzt ist die Nici quasi alleine in Pasing (Jens hat momentan Meißterprüfung) und rennt sich warscheinlich die Füße heiß wärend ich hier sitzen und bloggen kann.

Beim Ausräumen hier, hab ich dann seinen Geldbeutel, Schlüssel, Handy und Zigaretten in der Tasche gefunden. Eine schlimme Vorstellung wie der Arme da jetzt ohne alles im KKH liegt, betäubt.
In der Firma Meldung gemacht. Eine Stunde später fahren Hansi und der Verletzte im Hof ein, und holen die Wertgegenstände ab. Morgen Vormittag übernehme ich hier noch eine Schicht, und dann kehrt mein Kollege wohl wieder zurück.

Gute Besserung!

später slam für lisa

Thursday, July 13th, 2006

Erfahrungsbericht: Mein erster Poetry Slam

In Deutschland dem Land der Dichter und Denker gibt es eine aktive Poesieszene junger Lyriker. Das konnte ich am Samstag auf meinem ersten Poetry Slam erleben.

War mit Peter und Lisa im Substanz wo die Veranstaltung einmal im Monat stattfindet. Um 19:45 hat man uns noch nicht rein gelassen, also haben wir erst mal eine Runde um den Block gedreht, und dabei Peters alte Wohnung, und Schule besichtigt, sowie erstaunt festgestellt wie nah das Substanz an der Theresienwiese ist. (ich bin erst mit der s-Bahn zum Marienplatz danach sind wir per U-Bahn zur, 2 min Fußweg und plötzlich biegt man um die Ecke, sieht die Bavaria und ich hab Homezone (schon klar, so etwas kann nur Leute erstaunen die keinen städtischen Orientierungssinn haben)

Nach etwas Schlange stehen und 5,50 Eintritt saßen wir dann gegen 20h mit Getränken auf drei der raren Sitzplätze an einem Tisch.
Auf der Kleinen Bühne hat ein planloser mittelmäßiger DJ, mittelmäßige Musik gespielt (persönliches empfinden) Und das Substanz füllte sich stetig, so dass sich Lisas Sitzfläche auf der Eckbank weiter verkleinerte.
Nach einer Stunde warten auf den Anfang wurden wir allmählich etwas lustlos.
Doch um 9 hat der DJ sein zeug eingepackt und es ging los.
Zwei Moderatoren stellten Ablauf Regeln und Gäste vor.

Der Ursprung dieser Kulturform lässt sich nicht leugnen, sobald Fachjargon gesprochen wird, da kommen dann Bezeichnungen wie “world-slam-poetry championship-winner” u .ä zu Stande.
Wir hatten wohl einen Abend mit hochkarätiger Besetzung erwischt, da die führende Titelverteidigerin aus London als prominentester Gast zugegen war.
Die Dichter sind dann in zwei Sets angetreten, ca. 5 pro Set.
aus jedem Set wird mittel Klatschlautstärke ein Gewinner ermittelt, die dann in der Finalen runde gegeneinander jedoch nacheinander antreten.

Beim Vortrag ist wenig verboten (Redezeitüberschreitung, Musik, Gesang) und viel Erlaubt. Es wir ein selbstverfasster Text vorgetragen, wobei “vortragen” ruhig durch “performt” ersetzt werden kann, denn dem gelesenen Wort soll Leben eingehaucht werden und ich konnte Zeuge werden wie diese Wörter mittels Rhythmik, Gesten, Schreien, Flüstern, Jaulen, Keuchen etc. ein richtiges Eigenleben entwickeln.
So füllte eine Poetin nur mit dem Wort “s e b a s t i a n” einen 7minütigen Auftritt der bis zum Schluss spannend war. Andere erzählen Geschichten (nennt sich hier “storry telling”) ähnlich von der Vortragsart wie Michael Mittermaier oder der Astor Willi.

Im Publikum sehr gut angekommen ist der Auszug aus der Liste mit 1000 Dinge die man während der WM, statt Fußball zu schauen, machen kann.
Gut gefallen hat mir das Gedicht über den Dichter der die Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität entführt, und in seinem Keller ans Heizungsrohr gefesselt hat, um dagegen zu Protestieren welches Ansehen aktuelle Dichter heute in der Gesellschaft bekommen. (keins) Er findet es beleidigend, dass wir Goethe und Schiller verehren, er aber nie ein Bier ausgegeben bekommt, und dass alle Frauen den Gedichten von Rilke verfallen sind, sich ihm aber keine um den Hals wirft.
Die Londoner Titelverteidigerin hat vor allem eine tolle sehr ausdrucksvolle Stimme und Mimik mit der sie mit wenigen Worten sehr viel Stimmung (Wut, Schmerz, Aggression, Angst) ausdrücken konnte. Obwohl ich in ihrem englischen Gedicht nicht alles verstanden habe, war der durch Wortwiederholungen Entstandene Rhythmus faszinierend.

Insgesamt hatten wir einen tollen Abend mit vielen neuen Eindrücken aus einer bis daher wenig bekannten Szene. Kann nur weiter empfehlen sich einen Poetry Slam mal anzuhören/sehen.

vielleicht am Sonntag 10.09 im Substanz, Ruppertstr. 28 80337 München