Indien – Tag 5

3. April 2011

Nachdem wir die Fahrt mit dem Nachtzug in der 3AC Klasse (d.h. in den Sitz-Abschnitten gibt es 3 Liegeflächen übereinander. Das Mittlere ist anfangs noch nach unten geklappt und dient als Rückenlehne der auf dem unteren Teil sitzenden, kann dann aber bei Bedarf hoch geklappt und eingehängt werden. Außerdem gibt es eine Klimaanlage, weshalb die Fenster zu sind und es unter Umständen recht “frisch” ist.) gut überstanden hatten, haben wir uns mit den anderen Reisenden und dem Bruder unserer Kollegin beim Frühstück getroffen.

Der Bruder lebt seit 10 Jahren in den USA und sieht Indien deshalb mit etwas anderen Augen als die anderen Inder. Eine seiner ersten Fragen war “Habt ihr Klopapier in eurem Zimmer?”. Hatten wir, woraufhin er sich beschwert hat, dass er keines hat und die Hotel-Leute ihm sicher keines gegeben haben weil er eben nach Inder aussieht und deshalb sicher keines braucht… Es hat schon seine Gründe warum die Inder beim Essen nur die rechte Hand verwenden und die Linke unterm Tisch lassen…

Nach dem Frühstück haben wir dann kurz den Bahnhof aufgesucht um unsere Tickets von Hampi nach Bangalore zu kaufen. Das Kaufen von Tickets ist auch etwas anders als bei uns. Dort gibt es ein Formular auf dem man viele Felder auszufüllen hat. Da wir aber genügend Einheimische dabei hatten konnten sie uns schnell erklären was wir wohin zu schreiben haben. Auf jeden Fall sollte man eintragen wer (Namen sind dabei jedoch Schall und Rauch, da maximal 15 Zeichen für Vor- und Nachname zusammen zur Verfügung stehen), welches Geschlecht, wie alt die Reisenden sind und von wo nach wo man fahren möchte (Bahnhofsnamen, nicht Ortsnamen… und natürlich muss man auch vom einem zum anderen Bahnhof kommen, mit dem selben Zug). Wenn das alles ausgefüllt ist kann man sich beim Schalter anstellen und dort kann man dann erfragen in welcher Klasse und an welchem Tag noch was frei ist. Das muss man dann selbst wieder in das Formular eintragen und am Ende unterschreiben, bezahlen und dann bekommt man sein Ticket. Spezial Sachen wie Tourist-Quota oder Tatkal hingegen muss man dem Bahn-Mitarbeiter einfach sagen, dafür gibt es nichts auf dem Formular… Haben dann auch raus gefunden warum das mit dem Namen total Wurst ist, denn auf dem Ticket steht später zu den Reisenden nur das Alter und das Geschlecht… aber trotzdem sind die Tickets natürlich nicht übertragbar…

Dann ging es noch zu ein paar Banken um etwas Geld abzuheben. Geldautomaten funktionieren auch etwas anders als bei uns. Bei uns muss man Auswählen das man Geld haben will, die Karte in den Automaten geben, Pin eingeben, Betrag eingeben, bekommt die Karte wieder und dann das Geld. In Indien muss man die Karte in den Automaten schieben und wieder raus nehmen, sonst meckert der Automat das die Karte nicht lesbar ist. Der Hinweis das es so zu machen ist steht aber leider nirgends, es steht nur da “Insert Card”. Es hat also etwas länger gedauert bis wir eine Bank gefunden haben deren Automaten so tolerant waren das sie auch bei “Fehlbedienung” Geld ohne Fehlermeldung ausgegeben haben.

Eine Frechheit ist das meine tolle Bank in die Konditionen schreibt das das Abheben an indischen Geldautomaten entweder 4,75€ oder 3,5% des Abhebe-Betrags kostet, denn leider kann man an indischen Geldautomaten nicht mehr als 10000Rs mit einem Mal abheben. D.h. jedes Geld abheben kostet ~5€…

Nachdem wir mit Bahn Tickets und Geld versorgt waren, sind wir in das Haus gefahren in dem unsere Kollegin übernachtet hat (Sie musste vor ihrer Hochzeit aus dem Haus ihrer Familie ausziehen, als Teil der Hochzeit). Nach ein bisschen Austausch wie es uns bisher in Indien so ergangen ist und dann ging es auch schon wieder für uns zum Mittagessen und für sie zum Vorbereiten für den ersten Teil der Hochzeit.

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Indien – Tag 4

3. April 2011

Irgendwie ist die Beschreibung zu Tag 4 etwas länger geworden… muss wohl am schönen Wetter liegen. Am Balkon in der Sonne zu sitzen macht halt doch irgendwie mehr Urlaubsstimmung als abends alleine vorm Rechner… deswegen geht es irgendwann auf Seite 2 weiter…

An Tag 4 gab es den ersten Ausfall. Danilo hat sich der Nahrungsaufnahme verweigert und uns nur bis zur Apotheke begleitet.

Dabei haben wir festgestellt, dass indische Apotheken etwas anders sind als die in Deutschland. Hier sind es ja immer große Räume mit großen Schänken in denen in sehr tiefen Schubkästen die ganzen Medikamente in verschiedenen Packungsgrößen vorgehalten werden. Außerdem muss man entweder ein Rezept zeigen oder sehr viel Geld bezahlen.

In Indien sind Apotheken kleine Läden mit einem Tresen und einer überschaubaren Anzahl an Medikamenten. Man sagt einem netten Mann was für einen Wirkstoff man haben möchte bzw. welche Krankheit man hat und dann kommt er mit einer Klinik-Packung zurück und fragt wieviele Blister-Streifen man haben möchte. Hinten auf die Blister sind dann Wirkstoff und Preis gedruckt. Man sucht sich was aus, es wird entsprechend von der Großpackung abgeschnitten, zahlt und bekommt seine kleine Papiertüte mit den Medis. Der Preis unterscheidet sich doch deutlich von denen bei uns. Für das gleiche Anti-Durchfall-Medis und einen Streifen Antibiotika zahlt man bei uns ~45€, in Indien ca. 250 Rs (ca. 4,20€).

Kein Wunder das bei uns alle immer Jammern das das Gesundheitswesen so viel Geld verschlingt obwohl doch die Pflegekräfte von ihrem Gehalt kaum leben können…

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Indien – Tag 3

31. March 2011

An Tag 3 hat uns unser Begleiter in der Früh abgeholt und wir sind mit dem Taxi nach Mysore gefahren.

Auf dem Weg haben wir an einem indischen “Rastplatz” angehalten und Gefrühstückt. Da gab es dann zwei verschiedene, für den Süden Indiens traditionelle, Marsala Gerichte.

Außerdem haben wir uns auch noch eine auf dem Weg liegende Moschee und einen Hindu Tempel angeschaut.

Nach einem kurzen Mittagessen haben wir uns noch den in der Nähe von Mysore gelegenen Sommer Palast vom Moghul angeschaut.

Das High-Light des Tages war der Palast in Mysore. Viel zu sehen und hübsch anzuschauen, aber leider darf man innen keine Bilder machen.

Zum Abschluss des Tages in Mysore haben wir uns noch einen Tempel auf einem Hügel nebenan angeschaut und uns anschließend wieder auf den Heimweg gemacht.

Natürlich nicht ohne noch einen kurzen Zwischenstopp beim Bullen Tempel, der ältesten katholischen Kirche und einem ehemaligen Palast (jetzt Hotel) einzulegen ;-) .

Mehr Bilder zu Tag 3 in der Gallery.

Indien – Tag 2

31. March 2011

Gegen 10:00 Uhr habe ich erstmal einen Blick auf die Straße vor unserem Hotel gewagt. Ein Haufen stehender und hupender Autos, Auto-Rikshaws, Roller, Motorräder. Also das Straßenbild unterscheidet sich doch deutlich von Europa und auch noch stark von dem was ich bisher in Asien gesehen habe. Alle anderen hatten wohl einfach nicht so viele Verkehrsteilnehmer gleichzeitig auf der Straße weshalb das ganze etwas geordneter ablief.

Nach den ersten Eindrücken ging es erstmal zum indischen Frühstücksbuffet. Dort gab es lauter gute Sachen von denen wir noch nicht wussten was es ist und indischen Chai (Schwarzen Tee, Ingwer, Gewürze, Zucker und Milch zusammen gekocht). Das Essen hat sich dann beim Probieren als Reis-Fladen, Rühreier mit Gemüse und Vegetarisches Curry rausgestellt.

Gegen 11:30 hat uns dann ein Bekannter unserer Kollegin abgeholt (ebenfalls ein Siemens Mitarbeiter) der den Auftrag hatte uns mit indischen Klamotten für die Hochzeit auszustatten. Dazu sind wir mit dem Taxi in die Commercial Street gefahren und haben uns den restlichen Nachmittag damit vergnügt die verschiedenen traditionellen Klamotten die man auf einer indischen Hochzeit trägt, anzuprobieren und uns letztendlich auch für irgendwas passendes zu entscheiden.

Da es etwas länger gedauert hat sind wir dann beinahe schon im dunkeln durch einen Park in Bangalore gelaufen.

Unser Begleiter wollte uns auch noch etwas sehr spezielles Zeigen und da Bangalore anscheinend in Indien für seine Pubs (bei uns würde man sagen Bars) bekannt ist, sind wir abends in eines gegangen. Beim ersten kam uns allerdings einer entgegen der uns auch gleich davon abgeraten Hat dort rein zu gehen und uns geraten hat, wenn wir etwas richtig tolles sehen wollen, sollten wir in die Sky Bar gehen, was wir dann auch gemacht haben.

Die Sky Bar ist auf der Dachterasse eines der wenigen Hochhäuser in Bangalore in der UB-City und hat, auch für Europäer, recht happige Eintrittspreise von 2500 Rs pro Mann (Damen haben offensichtlich freien Eintritt). Allerdings erhält man dafür Heftchen im Gegenwert von 2500 Rs mit denen man dann dort seine Getränke und sein Essen bezahlen kann. Das Publikum ist entsprechend nicht gerade 08/15 sondern eher die gehobene/neu reiche Jugend Bangalores. Aber die Aussicht über die Stadt ist wirklich gut. Leider schließt das ganze schon gegen 11:30 Uhr wieder, weshalb man sich mit seinen Getränke- und Essens-Bestellungen etwas beeilen sollte.

Bilder von Tag 2 in der Gallery.