Deutschland aus der Sicht von Amerikanern

Da ich gerade für drei Wochen auf Dienstreise in den USA (Malvern, PA, USA) bin kann ich mir gut vorstellen das sich die Amerikaner ganz schön komisch vorkommen wenn sie nach Deutschland kommen.
Auf Grund des Zeitmangels beim Schreiben, gibt es noch keine Bilder. Aber ich glaube ich werde, wenn ich wieder in Deutschland bin, einen Schwung Bilder in die Gallery laden und dafür einen eigenen Post nachreichen.

Wenn sie merken das man wenn man zum Essen Cola bestellt gefragt wird ob groß oder klein, denn hier gibt es immer große Gläser. Dafür kommt bei uns auch nicht gleich jemand vorbei so bald man ausgetrunken hat und stellt ein neues Glas Cola hin… und falls doch wird einem auch noch jedes Glas einzeln berechnet (hier kostet es einmal ca. 2,5$ und man trinkt so viel man will).

Außerdem bekommen sie ihre Cola bei uns auch noch ohne Eis obwohl sie doch gar nicht ausdrücklich ohne Eis bestellt hatten. Und wenn sie es mit Eis bestellen schmeckt es auch ganz anders als in den USA, es fehlt dieser typische Geschmack von Chlor.

Sie sind sicher auch irritiert, wenn sie bei uns Essen gehen und auf der Karte weder Burger noch Steak finden… denn das gibt es hier wirklich in jedem Laden, egal ob beim Italiener, Chinesen oder in der Kantine.

Falls es dann doch mal Burger gibt wird die Bestellung einfach entgegen genommen und keiner fragt ob man seinen Burger lieber durch, medium oder blutig haben möchte.

Auch das mit dem “nicht ohne Freisprecheinrichtung telefonieren beim Autofahren” ist sicher störend, denn dann kann man sich ja auf dem Weg in die Arbeit gar nicht einfach in die erste Telefonkonferenz einwählen. Hier telefoniert nahezu jeder während der Fahrt, natürlich ohne Freisprecheinrichtung. Aber es geht trotzdem gut, weil alle Automatik-Schaltungen haben und deswegen nur einen Fuß und eine Hand zum fahren brauchen. Nachdem ich hier jetzt einige Zeit gefahren bin muss ich sagen das es so auch irgendwie wesentlich entspannter ist, wenn man sich mal dran gewöhnt hat. Man hat viel mehr Zeit zum raus schauen und während der Fahrt einen Kaffee zu trinken…

Überhaupt ist das mit dem Autofahren in den USA entspannter. Dadurch das man hier immer am Straßenrand Schilder stehen hat auf denen steht wie schnell man gerade fahren darf bzw. man einfach genau so schnell fährt wie die anderen um einen herum (was meist ca. 10 Meilen/Stunde mehr sind als auf den Schildern seht) und man auch nicht zum Überholen ständig auf die linke Spur muss, geht es einfach so dahin.

Die Amis wundern sich bei uns aber sicher auch warum man beim Wechsel von der einen auf die andere Autobahn oder bei der Ausfahrt so komplizierte und viele Rechtskurven fahren muss. Es ist doch viel leichter einfach die linke Spur als Abfahrt zu nutzen… was für Europäer in Amerika allerdings durchaus Überraschend sein kann…

Das mit den Schildern am Straßenrand ist hier allerdings auch nötig, da man nie so genau sieht wann der eine Ort aufhört und der nächste anfängt, weshalb die Aussage “Innerorts x mph und außerorts y mph” sinnlos wäre. Man kann nur anhand der des Abstands der Häuser zueinander vermuten ob man sich gerade eher innerhalb oder außerhalb befindet. Ob man sich gerade in einer größeren Stadt befindet kann man auch daran erkennen, dass es neben der Straße auch noch etwas wie einen Fußweg gibt. Nicht das ihn auch jemand nutzt, aber in den Vororten existiert hier so etwas gar nicht erst, da man zum Supermarkt auf der anderen Seite der Kreuzung sowieso besser nur mit dem Auto fährt. Falls man es doch mal zu Fuß versucht, kann man sicher sicher sein das man von der Polizei oder von einem Sicherheitsdienst angehalten wird die dann wissen wollen ob dem Auto irgendwas passiert ist, da man es ja anscheinend irgendwo stehen hat lassen.

Die Amis bei uns müssten wenn sie länger bei uns sind eigentlich auch sehr fettige Haut haben, denn für uns ist das duschen mit dem verchlorten Wasser nach einer Woche so reizend, dass wir uns gleich mal alle mit ausreichend Bodylotion versorgt haben.

Beim Einkaufen konnten sie bei uns auch etwas aus dem Tritt kommen, da der Preis der angeschrieben steht auch der Preis ist der am Ende zu bezahlen ist und nicht von dem Preis noch mehrere Prozent abgezogen werden (für kein einziges Kleidungsstück das ich hier gekauft habe habe ich den Preis vom Etikett gezahlt) noch zuzüglich einer willkürlich festgesetzten Gebühr (bspw. beim Essen gehen zwischen 0 und 20% für den Service) und auch keine von Bundesland zu Bundesland verschiedene und von der Produktkategorie abhängige Steuer drauf geschlagen wird (Pennsylvania bald. keine Steuer auf Kleidung aber 6% auf Essen, Trinken und Elektroartikel).

Überhaupt ist es sicher auch komisch, dass man Bier, Wein und Schnaps im Supermarkt kaufen kann und dann dort auch noch so viel mitnehmen kann wie man möchte und man nicht nur eine Packung Bier (Größe der Packung spielt in den USA keine Rolle, also egal ob 4er, 6er oder 12er Packung oder 5 Liter Fässchen) pro Person die sich mit einem internationalen Ausweis mit Bild und auf dem in in der Landessprache ein Hinweis auf das Geburtsdatum steht bekommt.

Am Ende darf man in Deutschland den gekauften Alkohol auch noch einfach ins Auto mitnehmen und muss ihn nicht, um ihn für den Fahrer während der Fahrt unerreichbar zu halten, in den Kofferraum packen.

Wenn man als Amerikaner in deutschen Hotels frühstückt fehlt einem sicherlich auch eine ganze Menge, da es weder gebratene Burger Patties, noch gebratene Schweinswürste, noch Haferschleim, noch eine Auswahl aus 2-3 Bagel-Sorten, noch eine Auswahl aus verschiedenen eingefärbten/verschieden geschnittenen Toast Scheiben gibt. Außerdem ist nirgends ein Spender für Cola, Fanta, Sprite und Cranberry-”Saft” zu finden. Was sich am ehesten noch findet ist die Erdnussbutter.

Wenn man Deutschland zum Frühstück einen Tee will wird muss man aus verschienen Sorten wählen und nicht nur ob “sweet” oder eben nicht “sweet”.

In Deutschland ist außerdem alles sooo klein. Motoren sind klein (hier haben Kleinwagen mindestens 2.5 Liter Hubraum, normale Autos zwischen 3 und 5 Liter und die Trucks/SUVs, die die meisten hier fahren, haben ca. 4-6 Liter). Autos allgemein sind In Deutschland so klein und haben auch meistens keine Ladepritsche. In normale deutsche Kühlschränke bekommt man nichtmal den Sixpack richtig in das Fach in der Tür, was wohl auch der Grund ist warum es In Deutschland so viele Getränkeflaschen mit weniger als 2 Liter Fassungsvermögen gibt. Hotelzimmer habe in Deutschland auch nur ein Badezimmer und zwar nicht pro Schlafzimmer sondern insgesamt. Außerdem findet sich auch in den deutschen Hotelzimmer kein begehbarer Kleiderschrank, sondern maximal ein ganz normaler Schrank…

Jetzt reicht es aber erstmal…

Vielleicht habe ich irgendwann noch mal Muse/Zeit etwas mehr zu schreiben Themen währen z. B. noch Fotografieren in Museen, Essen von Geschirr, Espresso-Maschinen zu Hause, Steckdosen aus denen Stecker nicht von selbst wieder raus fallen, Heizkörper statt Warmluftgebläsen, isolierte Fenster, vollständig gemauerte Häuser, keine Rehe/Springböcke im Ort, nicht automatisch spülende Toiletten, Internet Verbindungen mit mehr als 2 Mbit/s, Gemüse mit Geschmack und ohne Teigmantel, Maßeinheiten die in einfachem Zusammenhang stehen (Liter [L], Meter [m], Gramm [g], Celsius [C] vs. Pint [k.a.], Unzen [oz], Pfund [lbs], Gallonen [gal], Meilen [mil], Feet ['], Inch [''], Fahrenheit [F]), Geld auf dem der Wert als Zahl abgebildet ist vs. Dime und Quater, fehlende Müllhechsler im Spülbecken… Es gäbe also auf jeden Fall noch genug zu erzählen…

2 Kommentare zu “Deutschland aus der Sicht von Amerikanern”

  1. spocketNo Gravatar schreibt:

    Ah – schön schön mal wieder was zu lesen. Schöner und witziger Zusammenschrieb von Fakten, die ich nur teilweise schon kannte.
    Ich freu mich dann auf die Bilder….

  2. ciybeNo Gravatar schreibt:

    Ja kann mich auch an ein paar so Sachen entsinnen, vielleicht gibt es ja noch ein paar weitere Details dazu irgendwann… und Bilder…

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