Indien – Tag 4

Irgendwie ist die Beschreibung zu Tag 4 etwas länger geworden… muss wohl am schönen Wetter liegen. Am Balkon in der Sonne zu sitzen macht halt doch irgendwie mehr Urlaubsstimmung als abends alleine vorm Rechner… deswegen geht es irgendwann auf Seite 2 weiter…

An Tag 4 gab es den ersten Ausfall. Danilo hat sich der Nahrungsaufnahme verweigert und uns nur bis zur Apotheke begleitet.

Dabei haben wir festgestellt, dass indische Apotheken etwas anders sind als die in Deutschland. Hier sind es ja immer große Räume mit großen Schänken in denen in sehr tiefen Schubkästen die ganzen Medikamente in verschiedenen Packungsgrößen vorgehalten werden. Außerdem muss man entweder ein Rezept zeigen oder sehr viel Geld bezahlen.

In Indien sind Apotheken kleine Läden mit einem Tresen und einer überschaubaren Anzahl an Medikamenten. Man sagt einem netten Mann was für einen Wirkstoff man haben möchte bzw. welche Krankheit man hat und dann kommt er mit einer Klinik-Packung zurück und fragt wieviele Blister-Streifen man haben möchte. Hinten auf die Blister sind dann Wirkstoff und Preis gedruckt. Man sucht sich was aus, es wird entsprechend von der Großpackung abgeschnitten, zahlt und bekommt seine kleine Papiertüte mit den Medis. Der Preis unterscheidet sich doch deutlich von denen bei uns. Für das gleiche Anti-Durchfall-Medis und einen Streifen Antibiotika zahlt man bei uns ~45€, in Indien ca. 250 Rs (ca. 4,20€).

Kein Wunder das bei uns alle immer Jammern das das Gesundheitswesen so viel Geld verschlingt obwohl doch die Pflegekräfte von ihrem Gehalt kaum leben können…


Steffi und ich haben uns dann jedenfalls noch ein bisschen durch Bangalore bewegt, Schuhe für die Hochzeit gekauft und geschaut was man sonst noch so shoppen kann (wobei die Shops in Bangalore diejenigen waren die am wenigsten Aufdringlich waren aber bei denen man auch am wenigsten über den Preis Verhandeln konnte).

Unser Eigentliches Ziel, unsere Zugfahrt von Hampi nach Bangalore zu buchen, konnten wir leider nicht erreichen. Es hat zwar etwas gedauert bis wir das Booking Office gefunden haben, dort haben uns aber dann ein paar freundliche ebenfalls wartende Inder gezeigt wie man die Zug-Belegungs-Rechner der indischen Bahn bedient. Wenn man es erst mal gesehen hat versteht man auch warum die Indische Bahn Seite so… ähhh… altertümlich und wenig Benutzerfreundlich ist. Gearbeitet wird dort mit Terminals (also echte Terminals… die Dinger aus den 70er Jahren) die nur über Monitor und Nummernblock verfügen. Die Bahn Angestellten am Schalter haben die High-End-Version mit vollständiger Tastatur und Nadeldrucker… aber sonst greifen sie wohl auf den selben Terminal-Server zu…

Jedenfalls mussten wir feststellen, dass die verfügbaren Plätze alle schon belegt sind und wir bis zwei Tage vor Abfahrt warten müssen um an die Restkarten zu kommen… also später noch mal probieren…

Abends haben wir dann aus dem Hotel ausgecheckt und uns zur Bangalore City Station begeben, wo wir uns mit Freunden unserer Kollegin getroffen haben die uns im Zug mit zur Hochzeit begleitet haben.

Bahnhofshallen in Indien sind wie ganz Indien eine große Sammlung an Menschen die einfach nur da zu Schein seinen… Alles ist in Bewegung aber es herrscht doch deutlich weniger Panik als an deutschen Bahnhöfen… Das mag aber vielleicht auch an den indischen Zügen liegen. Selbst wenn man sieht das der Zug gerade in den Bahnhof einfährt hat man noch locker Zeit mit vollem Gepäck einmal quer durch den Bahnhof zu laufen, da der Zug soooooo langsam einfährt.

Die Sache mit den “Ihren Wagen finden Sie in Abschnitt X” haben sich die Inder damit auch gespart. Man wartet einfach bis der Wagen mit der Beschriftung die auf dem Ticket steht an einem vorbei fährt und läuft dann mit dem einfahrenden Zug mit.

Auch hier gibt es wieder mehr Bilder in der Gallery.

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